01 February, 2022
Jürgen Seitz

Neue Studie: AI Value Creation in Unternehmen

Potenziale und Hindernisse von AI Anwendungsfällen

Das Institute of Applied Artificial Intelligence (IAAI) der Hochschule der Medien (HdM) veröffentlicht Ergebnisse einer neuen Studie zum Thema “AI Value Creation”. Die Studie ist Teil des Verbundforschungsprojekts “What can AI do for me?” der HdM, der thingsTHINKING GmbH und der Kenbun IT AG. Ziel der Studie ist es, Unternehmen eine erste Orientierung für die Bewertung von AI-Anwendungsfällen zu ermöglichen und Hürden bei der AI-Implementierung offenzulegen.

Seit Anfang 2021 entwickelt das IAAI im Rahmen des Verbundforschungsprojekts “What can AI do for me?” zusammen mit den beiden Verbundpartnern eine AI-basierte Matching-Plattform, die es Unternehmen erlaubt, passende AI Use Cases und AI-Lösungsanbieter für ihr Unternehmen zu identifizieren. Grundlage für die Matching-Plattform ist die groß angelegte Studie zum Thema “AI Value Creation” am IAAI der HdM.

Unternehmen verfolgen vielfältige Ziele mit der Anwendung von AI

Für die Studie wurden unter der Leitung von Prof. Dr. Jürgen Seitz vom IAAI insgesamt 44 qualitative Experteninterviews mit AI-anwendenden Unternehmen, Beratungsunternehmen und AI-Lösungsunternehmen unterschiedlichster Branchen geführt, mit dem Ziel wertschöpfende Potenziale, Reifegrade und Hindernisse auf Anwendungsebene besser zu verstehen. Zusätzlich wurden einige der Ergebnisse im Rahmen einer zweiten quantitativen Befragung unter 52 Expertinnen und Experten aus anwendenden Unternehmen, Beratungsunternehmen und AI-Lösungsanbietern evaluiert.

Zu den Kernergebnissen der Studie zählt die Erkenntnis, dass Potenziale zur Umsatzsteigerung, Kostensenkung und Unternehmenswertsteigerung je nach Einsatzbereich und Aufgabe variieren. Die Studie zeigt, dass in der Produktion insbesondere hohe Potenziale zur Kostensenkung gesehen werden, während im Marketing und im Vertrieb primär hohe Potenziale für Umsatzsteigerungen durch AI-Anwendungen angenommen werden.

Darüber verdeutlicht die Studie, dass Unternehmen vielfältige Ziele mit der Implementierung von AI-Anwendungen verfolgen. Diese reichen von der Entwicklung neuer AI-basierter Produkte und Services und der Reduktion von Fehlern in Prozessen bis hin zu der Steigerung der ökologischen sowie ökonomischen Nachhaltigkeit und der Verbesserung der Unternehmensattraktivität aus Bewerbersicht.

Hindernisse bei der AI-Implementierung bremsen KI-Projekte aus

Neben einem zum Teil niedrigen technologischen Reifegrad konnten vielfältige Hindernisse für die Implementierung von AI in Unternehmen aufgedeckt werden, die AI-Initiativen in Unternehmen ausbremsen. Neben einem Mangel an qualifizierten Personal sind das etwa das Fehlen einer KI-Strategie, ein unklarer Return on Investment von AI-Projekten oder fehlendes Vertrauen in die Technologie. Wissen um AI-Technologien und passende Anwendungsfälle helfen, diesen Hindernissen entgegenzuwirken und sind letztendlich auch das Ziel der im Projekt entwickelten Matching-Plattform von “What can AI do for me?”.

Der vollständige Forschungsbericht kann auf der Website der HdM kostenfrei heruntergeladen werden: https://www.hdm-stuttgart.de/iaai_download/

Weitere Informationen zum Verbundforschungsprojekt gibt es unter WhatCanAIDoForMe.com. Hier steht auch der Service der Matching-Plattform kostenlos zur Verfügung.

Förderung

Das Verbundforschungsprojekt wird im Rahmen des KI-Innovationswettbewerbs Baden-Württemberg vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg gefördert. Die 44 ausgewählten Projekte sollen technologische Hürden überwinden und die Entwicklung von KI-Produkten und KI-Dienstleistungen beschleunigen.