Event-Resumé: Wie autonome KI-Systeme Lernen, Arbeiten und Leben verändern
Mehr als 250 Teilnehmende haben sich am 26. März 2026 an der Hochschule der Medien (HdM) beim „Agentic AI Day“ zu den neuesten Entwicklungen rund um KI-Agenten ausgetauscht. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen technologische Grundlagen, praktische Anwendungsbeispiele sowie die Frage, wie sich Kontrollierbarkeit, Sicherheit und Qualitätssicherung beim Einsatz agentischer KI in Unternehmen umsetzen lassen.
Veranstaltet wurde der „Agentic AI Day“ vom Institut für angewandte künstliche Intelligenz (IAAI) der HdM. Die Moderation übernahm Prof. Christof Seeger. In seiner Begrüßung betonte HdM-Rektor Prof. Dr. Boris Alexander Kühnle die Relevanz des Themas für Hochschule, Wirtschaft und Gesellschaft: „Mit dem ‚Agentic AI Day‘ greifen wir ein hochaktuelles Zukunftsthema auf, das auch außerhalb der HdM eine hohe Relevanz hat. Es freut mich deshalb sehr, dass so viele externe Gäste an diesem spannenden Tag teilgenommen haben und sich von der Leistungsfähigkeit der HdM überzeugen konnten.“
Die Veranstaltung drehte sich unter anderem um technologische Grundlagen und praktische Anwendungsbeispiele
Vom Sprachmodell zum KI-Agenten
Zum Auftakt führte Prof. Dr. Johannes Maucher, Leiter des IAAI, in die Entwicklung „vom Large Language Model zum KI-Agenten“ ein. „KI-Agenten haben das Potenzial, die Art und Weise, wie wir lernen, arbeiten und leben grundlegend zu verändern“, erklärt Maucher. „Gleichzeitig zeigt sich aber auch, dass mit ihrer wachsenden Autonomie Fragen der Transparenz, Kontrolle und Verlässlichkeit noch stärker in den Fokus rücken.“
Prof. Dr. Johannes Maucher, Leiter des IAAI der HdM, ging auf die Entwicklung vom Large Language Model zum KI-Agenten ein (Fotos: IAAI, Tobias Jordine, Sarah Banti, Lejla Cecunjanin)
Risiken bewerten, Qualität sichern, Verantwortung mitdenken
Wie der verantwortungsvolle Einsatz generativer KI in der Praxis aussehen kann, zeigten Julio Borges und Robin Hutmacher von der Robert Bosch GmbH. In ihrem Vortrag zur Evaluierung von generativer KI erläuterten sie Methoden, Risiken und Best Practices im industriellen Umfeld. Deutlich wurde, dass leistungsfähige KI-Anwendungen nur dann sicher eingesetzt werden können, wenn sie mit geeigneten Validierungsverfahren verbunden sind. Claudia Rauscher berichtete aus ihrer Beratungstätigkeit, dass eine Sensibilität in den Organisationen notwendig wird, um neue Formen der Governance zu diskutieren, die komplette Prozess- und Aufgabenketten durchdringen.
Im Anschluss stellte Leon Schröder, Gründer von AlgebraX, Ansätze zur Qualitätssicherung für KI-Agenten-Systeme vor. Er zeigte, wie sich die klassische Software-Qualitätssicherung verändert, wenn statt deterministischer Programme probabilistisch arbeitende Agentensysteme bewertet werden müssen. Themen wie Eval-Pipelines, Guardrails, Sandboxes und die Begrenzung von Werkzeugen und Rechten standen dabei im Mittelpunkt.
Praktische Einblicke in den Journalismus
Um agentische KI im Lokaljournalismus ging es bei Felix Gayer von der Mediengruppe Neue Pressegesellschaft. Er stellte vor, wie Sprachmodelle und agentische KI genutzt werden können, um Recherche, Strukturierung und Relevanzbewertung teilautonom abzubilden oder wie KI bei Innovationen unterstützt. Dabei wurde deutlich, dass der Einsatz solcher Systeme nicht nur Effizienzgewinne verspricht, sondern auch neue technische und organisatorische Herausforderungen mit sich bringt.
Die Veranstaltung machte deutlich, dass das Potenzial agentischer KI riesig ist. Es zeigte sich aber auch, dass es sich nicht nur um technische Lösungen handelt, sondern Fragen nach Datensicherheit, Human-in-the-loop, Transparenz und Kontrolle eine wichtige Rolle einnehmen werden, wenn solche Technologien in sensiblen Bereichen eingesetzt werden sollen.
